WILDE ORCHIDEEN
Das Gemälde entfaltet eine abstrakte Bildwelt von großer expressiver Freiheit und innerer Bewegung. Auf einem hellen, in sanften Gelb-, Rosé- und Grautönen angelegten Grund entfalten sich organisch geschwungene Formen, die sich überlagern, durchdringen und miteinander in Beziehung treten. Die Komposition wirkt offen und rhythmisch, ohne einen festen Mittelpunkt, und lädt den Blick dazu ein, über die Bildfläche zu wandern.
Dominant sind weich modellierte, ovale und kreisende Formen in Lavendel, Grau und zarten Pastelltönen, die von kraftvollen, dunkleren Farbakzenten durchzogen werden. Diese Akzente erscheinen teils fließend, teils eruptiv: violette, schwarze und grünliche Farbausläufer sprengen die ruhigen Flächen, verzweigen sich wie organische Strukturen und verleihen dem Werk eine spannungsreiche Dynamik. Feine Linien, Spritzer und tropfende Elemente verstärken den Eindruck von Bewegung und Prozesshaftigkeit.
Die Malweise wechselt bewusst zwischen kontrollierten, klar begrenzten Flächen und spontanen, gestischen Eingriffen. Dadurch entsteht ein Dialog zwischen Ordnung und Zufall, zwischen Ruhe und Energie. Leuchtende Gelb- und vereinzelte Orangeakzente setzen Lichtpunkte, die die Komposition beleben und ihr eine subtile Wärme verleihen.
Insgesamt vermittelt das Gemälde den Eindruck eines inneren Landschaftsraums. Es verweigert eine eindeutige Lesart und bleibt bewusst offen für Assoziationen von Wachstum, Transformation und emotionalen Zuständen. Das Werk lädt ein, weniger das Erkennen konkreter Formen in den Vordergrund zu stellen, als vielmehr Farbe, Bewegung und Balance auf sich wirken zu lassen.
80 x 60 cm
Acryl auf Leinwand

