The Rocks No. 1 (2)
Diese beiden Arbeiten entfalten ihre Wirkung weniger über Gegenständlichkeit als über einen bewusst gesetzten Dialog von Farbe, Fläche und Spur. Es handelt sich um abstrakte Kompositionen mit stark haptischer Oberfläche, in denen der mit dem Malmesser aufgetragene pastose Farbauftrag selbst zum zentralen Bedeutungsträger wird.
Im ersten Bild dominiert eine organisch verschachtelte Formengruppe, die wie ein in sich ruhendes Inselgefüge wirkt. Sanfte Beige- und Gelbtöne bilden ein ruhiges Grundfeld, in das kühlere Flächen in Grau, Violett und Petrol eingeschoben sind. Die leuchtend orange Kontur umzieht die Formen wie eine energetische Linie, die Bewegung und Spannung erzeugt und zugleich die einzelnen Farbkörper zusammenhält. Die spiralartigen, reliefartigen Elemente in hellem Flieder setzen rhythmische Akzente – sie wirken wie Spuren von Erinnerung oder Sedimente innerer Prozesse. Das Bild vermittelt ein Gefühl von Sammlung und innerer Ordnung: Unterschiedliche Zustände koexistieren, ohne sich zu verdrängen.
Das zweite Bild ist dynamischer und vertikaler angelegt. Ein intensives Gelb bildet das Zentrum, fast wie ein Lichtkörper, der zwischen dunklen und hellen Randzonen aufscheint. Die orange Kontur fungiert erneut als verbindende, fast schützende Linie, die den inneren Kern umschließt. Die konzentrischen, reliefartigen Formen in Ocker wirken wie Resonanzräume – sie scheinen Schwingungen aufzunehmen und weiterzugeben. Die Textur des Farbauftrags, mit sichtbaren Rillen und Schichtungen, lässt den Entstehungsprozess spürbar werden und verleiht dem Werk eine meditative Tiefe.
In beiden Arbeiten entsteht eine „kurative“ Qualität aus der Balance zwischen Struktur und Freiheit: Die klar begrenzten Farbflächen geben Halt, während die lebendigen Spuren des Malens Offenheit und Prozesshaftigkeit zeigen. Die Bilder können als visuelle Räume der Beruhigung gelesen werden, in denen innere Spannungen geordnet und transformiert werden.
40 x 30 cm
Acryl auf Hahnemühle Malkarton 300 g

