SUMMER WALK
Das Werk entfaltet eine heitere, zugleich reflektierte Bildlandschaft, die das Motiv des Gehens als sinnliche Erfahrung aufgreift. Die Komposition ist von rhythmischer Ordnung und sanfter Bewegung geprägt: Organisch anmutende, orangefarbene Formen verteilen sich über einen hellen Grund und erzeugen den Eindruck eines sommerlichen Flanierens – eines Voranschreitens ohne Ziel, getragen von Licht, Wärme und Zeit.
Die segmentierten, ovalen Formen erinnern an Wegmarken oder flüchtige Wahrnehmungen am Rand eines Spaziergangs: Lichtflecken auf dem Boden, Früchte, Blätter oder gedankliche Inseln, die im Vorübergehen kurz Aufmerksamkeit erhalten. Linien strukturieren den Bildraum und geben ihm Halt, ohne ihn zu begrenzen. Sie wirken wie leise Ordnungen, die den Rhythmus des Gehens begleiten – regelmäßig, aber nicht starr.
Warme Orange- und Beigetönen sowie dunklere, erdige Akzente dominieren. Diese Kontraste erzeugen Tiefe und lassen an Schatten, Temperaturwechsel und unterschiedliche Stimmungen eines Sommertages denken. Die rechte Bildzone erscheint verdichteter, während die offenen Flächen Raum für Leichtigkeit und Atem lassen.
Als kuratorische Lesart lässt sich das Werk als Einladung zum bewussten Wahrnehmen verstehen. Das Gemälde übersetzt das einfache Gehen in eine abstrakte Bildsprache: als Abfolge von Eindrücken, Pausen und inneren Bewegungen. Es geht nicht um Ziel oder Richtung, sondern um das Dazwischen – um das Erleben von Zeit, Raum und Gegenwart. In dieser stillen, sommerlichen Offenheit entfaltet das Werk seine poetische Kraft.
50 x 40 cm
Acryl auf Leinwand

