NETZWERK
Das Gemälde entfaltet eine dichte, vielschichtige Bildlandschaft, in der Bewegung, Wahrnehmung und emotionale Resonanz ineinandergreifen. Organisch geschwungene Formen, kräftige Farbflächen und ein Netz aus Linien, Zeichen und Überlagerungen erzeugen einen pulsierenden Bildraum, der weniger gelesen als durchwandert werden will. Die Komposition wirkt wie ein inneres Terrain, in dem sich Eindrücke, Erinnerungen und Empfindungen überlagern.
Leuchtende Grün-, Rosa-, Rot- und Violetttöne strukturieren die Bildfläche und stehen in einem spannungsvollen Dialog. Die Formen lassen Assoziationen an Körper, Landschaft oder topografische Fragmente zu, ohne sich eindeutig festzulegen. Weiße, fließende Linien verbinden die Farbfelder wie gedachte Bahnen oder energetische Verknüpfungen. Tropfende Partien, Kratzungen und transparente Schichten machen den Malprozess sichtbar und verleihen dem Werk eine spürbare Dynamik. Das Bild entfaltet sich als offener Raum des Unterwegsseins: Eindrücke scheinen aufzutauchen, sich zu überlagern und wieder zu verschwinden.
Als kuratorische Lesart steht das Gemälde für das Unterwegssein als Zustand: für Bewegung ohne Eile, für Offenheit gegenüber dem Zufälligen und für die Verbindung von Körper, Raum und Empfindung. Das Werk lädt dazu ein, den Blick wandern zu lassen, Übergänge zu erkunden und die eigene Wahrnehmung zu entschleunigen – wie bei einem Spaziergang, der weniger der Strecke als dem Erleben selbst gewidmet ist.
80 x 60 cm
Acryl auf Leinwand

