top of page

GOLDEN RAIN ON ROSES

1.300,00 €Preis

Das Gemälde entfaltet eine poetisch-surreal anmutende Bildszene, die sich deutlich auf das zeitgenössische Phänomen der allgegenwärtigen Informationsflut bezieht und zugleich eine Gegenbewegung des bewussten Rückzugs formuliert. Zwei menschliche Gestalten stehen nebeneinander, frontal dem Betrachtenden zugewandt und doch in sich gekehrt. Ihre Körper wirken ruhig und standfest, während ihre Köpfe durch geschlossene, kubische Formen ersetzt sind – Sinnbilder für überfüllte Gedankenräume, abgeschirmte Wahrnehmung und das Bedürfnis nach Schutz vor permanenter Reizüberforderung.

Die kubischen Köpfe lassen sich als Metaphern für mentale Speicher lesen: verdichtete Räume, in denen Informationen gesammelt, gefiltert oder bewusst blockiert werden. In einer Zeit ständiger Verfügbarkeit, digitaler Beschleunigung und ununterbrochener Kommunikation erscheinen diese Formen wie Akte des Abschaltens – als visuelle Zeichen einer selbstgewählten Pause, eines Innehaltens gegenüber dem permanenten Außen.

Aus diesen geschlossenen Volumen lösen sich weiße Tauben, die den oberen Bildraum in sanfter Bewegung durchziehen. Sie stehen im Kontrast zur Schwere und Starrheit der Kuben und verkörpern das, was sich trotz – oder gerade wegen – der Abschirmung befreien kann: Gedanken, die sich lösen, innere Klarheit, geistige Freiheit. Die Tauben wirken wie Momente des Durchatmens, wie leise Gedanken, die den Lärm hinter sich lassen. Ihre helle Farbigkeit verstärkt die Atmosphäre von Stille, Weite und Hoffnung.

Die Kleidung der Figuren ist farblich differenziert und reich an malerischer Struktur. Warme Rot-, Grün- und Erdtöne überlagern sich in lasierenden Schichten, während goldene Spuren nach unten fließen und den Körpern eine fragile, durchlässige Qualität verleihen. Diese malerischen Prozesse lassen die Figuren weniger als feste Individuen erscheinen denn als Träger von Emotion, Erinnerung und innerer Bewegung. Die leichte Berührung der Hände verstärkt den Eindruck von Verbundenheit, Nähe und gegenseitigem Halt.

Insgesamt erzählt das Werk von der Spannung zwischen Abschottung und Öffnung, zwischen Überreizung und Konzentration, zwischen Rückzug und Verbundenheit. Die Bildsprache bleibt dabei poetisch und offen. Sie lädt dazu ein, das bewusste Abschalten nicht als Verlust, sondern als Akt der Selbstfürsorge zu begreifen – als Raum, in dem Klarheit, Freiheit und Identität wieder möglich werden.

Die hier gezeigten Gemälde sind Originale und von mir handgefertigt und signiert.
Von ausgewählten Motiven können Drucke erworben werden.
Weitere Werke sind "in Arbeit". Also auf bald in meiner Kunst-Galerie.

©2026 Doris Schier

bottom of page